Meine eigene ASN / AS207530

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Seit Anfang 2025 betreibe ich ein eigenes autonomes System (ASN AS207530), das überwiegend für kleinere Projekte und technische Spielereien genutzt wird. Mein Netzwerk ist dabei grundsätzlich IPv6-zentriert, da IPv4-Netze aktuell wirtschaftlich kaum sinnvoll sind, wenn man nur „ein paar“ einzelne Adressen benötigt.

IPv4-Adressen beziehe ich daher über noez.de, welche ich per Tunnel an meine Edge-Router anbinde.

Meine IPv6-Netze sowie die ASN selbst beziehe ich über Scaleblade, die für mich als Sponsored LIR agieren. Die Kosten halten sich dort erfreulicherweise in einem überschaubaren Rahmen.

Kostenübersicht:
ASN: ca. 80–85 € pro Jahr (abhängig vom EUR/GBP-Wechselkurs)
IPv6 /44-Netz: ca. 12 € pro Jahr

Zu Beginn hatte ich dort auch meinen ersten Border- bzw. Edge-Router hosten lassen. Allerdings standen mir dort maximal 100 Mbit/s mit einer relativ hohen Latenz nach Deutschland zur Verfügung – für meine Zwecke eindeutig zu langsam.

Daher ist Scaleblade heute „nur noch“ mein Sponsored LIR sowie Quelle eines meiner IPv6-Netze.

Ein weiteres IPv6-/44-Netz beziehe ich über hop179.net für ca. 5 € pro Jahr.

Der Aufbau meines Netzes

Mein Netzwerk ist als multihomed Netz ausgelegt und besteht aktuell aus:

Edge Router:
– Düsseldorf (Anbindung an den LocIX)
– Frankfurt

Transit-Provider:
Düsseldorf: servperso.net, hop179.net
Frankfurt: VirtuaSYS, Route64.org

Die IPv4-Adressen werden über noez.de per Tunnel bereitgestellt und zentral über den Router in Frankfurt eingebunden.

Von den Edge-Routern geht es weiter zu zwei Core-Routern, über die meine Systeme angebunden sind. Auf allen Verbindungen stehen mir mindestens 1 Gbit/s zur Verfügung.

Zusätzlich ist der virtuelle Exchange-Knoten BGP.Exchange angebunden.

DNS und Reverse-DNS werden aktuell über externe VPS realisiert, die unabhängig von meinem eigenen Netzwerk gehostet sind.

Wie alles anfing

Am Anfang steht immer eine ASN (Autonomous System Number), die man in Europa von der RIPE NCC erhält.

Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten:

Variante 1: Eigene RIPE-Mitgliedschaft
Kostenpunkt: über 1.500 € jährlich

Variante 2: Sponsored LIR
Deutlich günstiger

Da die LIR-Dienste bei vielen deutschen Anbietern im europäischen Vergleich recht teuer sind, bin ich schließlich bei Scaleblade gelandet. Das notwendige Paperwork war schnell erledigt und die ASN-Zuteilung dauerte etwa fünf Tage.

Bei der Beantragung der ASN müssen zwei Peers angegeben werden: Scaleblade und Route64.org.

Die Suche nach dem passenden BGP-Uplink

Nach der ASN-Zuteilung begann die Suche nach geeigneten BGP-VPS-Anbietern, da eine ASN natürlich auch eine sinnvolle Anbindung an das Internet benötigt.

Anfangs habe ich längere Zeit Scaleblade selbst als Transit genutzt, jedoch wurden die 100 Mbit/s auf Dauer zu langsam. Danach bin ich bei servperso.net gelandet – und dort bis heute geblieben.

Da ein autonomes System jedoch Redundanz benötigt, ging die Suche weiter. Nach zahlreichen Tests habe ich mich schließlich für VirtuaSYS entschieden.

Weitere getestete Anbieter:
Vultr – BGP nur über viele Umwege realisierbar
First-Root – sehr gute Latenzen, aber instabile BGP-Sessions und häufige „unreachable“-Einträge in der Fulltable

Am Ende bin ich bei VirtuaSYS und servperso geblieben, da ich dort für mein Empfinden die beste Preis-Leistung bekomme.

Zusätzlich zu den genannten Transits nutze ich natürlich auch Route64.org, ein Community-Projekt, das ich ebenfalls über Sponsor-Tokens unterstütze.

Gerade für den Einstieg ist Route64 eine sehr gute Möglichkeit, um erste Erfahrungen mit BGP und eigener ASN zu sammeln.

Monitoring

Ein funktionierendes Netzwerk-Monitoring ist extrem wichtig. Es zeigt sehr schnell Engpässe, Ausfälle, Routing-Probleme oder ungewöhnliche Latenzen.

Aber dazu gibt es dann irgendwann einen eigenen Beitrag 😉